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Von Energy-Pods, Lamas und Radioshows in Bibliotheken – innovative Themen beim World Library and Information Congress in Dublin

Vortrag bei einer Konferenz
Beim Kongress wurden vielfältige Themen von gesellschaftlicher Relevanz behandelt

Wer bei Bibliotheken an staubige, altmodische und triste Orte denkt, wurde beim World Library and Information Congress eines Besseren belehrt. Die viertägige Konferenz der Internationalen Vereinigung bibliothekarischer Verbände und Einrichtungen (IFLA) in Dublin zeigte eindrucksvoll, dass Bibliotheken auf der ganzen Welt ihren gesellschaftlichen und bildungspolitischen Auftrag ernst nehmen und mit Leben erfüllen. Innovative Entwicklungen und Ideen für Bibliotheken wurden dabei ebenso diskutiert wie aktuelle Problemstellungen, z. B. der Umgang mit der Corona-Pandemie oder gesellschaftlich relevante Themen wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Unter den fast 2.000 Teilnehmenden aus 96 Ländern war auch Lena Fischer, Bibliotheksleitung der Weidener Hochschulbibliothek.

Vortrag bei einer Konferenz
Beim Kongress wurden vielfältige Themen von gesellschaftlicher Relevanz behandelt

Innovation in akademischen Bibliotheken

„Besonders interessant fand ich, welche spannenden und innovativen Ansätze Hochschul- und Universitätsbibliotheken verfolgen“, betont sie. „In der Veranstaltung „Innovation in Irish Health and Academic Libraries“ stellten drei Bibliotheksverantwortliche zum Beispiel Projekte vor, die man so nicht klassischerweise in der Bibliotheksarbeit vermuten würde.“

Dazu gehört z. B. der LibBot LAMA (kurz für Library Ask Me Anything), der mithilfe von deep.-text mining schnelle und direkte Antworten liefert – und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Oder Energy-Pods. Liegen, in denen man abgeschirmt entspannen und einen kleinen Power-Nap einlegen kann. Beides Angebote speziell für Krankenhausbibliotheken, da sie auf die Anforderungen der Nutzenden mit Schichtarbeit zugeschnitten sind. Energy-Pods gibt es auf Wunsch der Studierenden aber auch in der Bibliothek der Maynooth University. Sie wurden aufgrund eines jährlichen Innovationswettbewerbs „if students do libraries“, bei dem sich Studierende mit Ihren Ideen zur Verbesserung der Bibliothek bewerben können, angeschafft. Ebenso wie ein Laufband, mit dem Strom zum Aufladen von Handys erzeugt werden kann. Am University College Cork (UCC) wiederum hat die Bibliothek eine eigene Radioshow im Uniradio, durch die Studierende einmal ganz anders mit der Bibliothek in Kontakt kommen.

„Aus dieser Session konnte ich auf jeden Fall mitnehmen, dass man Innovation in Bibliotheken viel weiter denken kann als zum Beispiel die Ausleihe am Automaten. Gerade auch durch Partizipation und enge Abstimmung mit den Nutzenden können Ideen ins Leben gerufen werden, welche die Bibliothek nachhaltig bereichern. Und die EnergyPods kommen definitiv auf meine Bibliotheks-Wunschliste“, resümiert Lena Fischer.

Vielfältiges Programm

Die Konferenz bot auch darüber hinaus jede Menge spannende Themen und tolle Möglichkeiten zum Austausch mit Bibliotheksmitarbeitenden aus der ganzen Welt, zum Beispiel bei einem Nachwuchscamp vor dem eigentlichen Kongress. „Ein absolutes Highlight für mich und andere war auf jeden Fall auch der Besuch der altehrwürdigen Bibliothek des Trinity Colleges in Dublin“, betont Lena Fischer. Ihre Teilnahme wurde durch ein Stipendium des Bibliothekverbandes BII (Bibliothek & Information international) ermöglicht.

Mehr Informationen zur Konferenz erhalten Sie auf der Kongress-Website  sowie im BII-Blog

Lena Fischer, Bibliotheksleitung der Weidener Hochschulbibliothek, besuchte den diesjährigen World Library and Information Congress in Dublin
Alte Bibliothek
Ein Besuch der Bibliothek des Trinity Colleges in Dublin gehörte zum Rahmenprogramm
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